2025: Erneuerbare Energien erzeugen erstmals mehr Strom als Kohle
Ein historischer Umschwung mit globaler Tragweite
2025 geht als echtes Schlüsseldatum in die globale Energiegeschichte ein: Aktuellen Informationen des internationalen Energie-Forschungsinstituts Ember zufolge haben Erneuerbare Energien (angeführt von Solar- und Windkraft) im letzten Jahr weltweit erstmals mehr Strom erzeugt als Kohle.
Dieser fundamentale Wandel ist nicht nur ein statistischer Meilenstein, sondern er markiert das potenzielle Ende der jahrzehntelangen Kohledominanz und symbolisiert eine tiefgreifende Machtverschiebung im Energiesektor.
In diesem Artikel beleuchten wir, wie dieser historische Umbruch zustande kam, welche Technologien und Länder ihn möglich gemacht haben und welche Chancen und Risiken er mit sich bringt. Vor allem aber zeigen wir auf, was dieser “Wendepunkt 2025” konkret für Unternehmen, Verbraucher und politische Entscheidungsträger bedeutet.
Der historische Moment: Zahlen & Fakten zur Zeitenwende
Die Statistik spricht eine klare Sprache. Der Wendepunkt im Jahr 2025 ist messbar und untermauert die Dynamik der Energiewende mit beeindruckenden Zahlen.
Der Sieg der Wende in TWh
Im ersten Halbjahr 2025 überholte die saubere Energie die fossile Kohle erstmals in der absoluten Stromerzeugung:

- Zwischen Januar und Juni 2025 erzeugten erneuerbare Quellen insgesamt 5.072 TWh Strom.
- Kohlekraftwerke kamen im selben Zeitraum auf 4.896 TWh.
Damit lag der Anteil der Erneuerbaren am globalen Strommix bei etwa 34,3 %, während Kohle auf ca. 33,1 % fiel.
Wachstum deckt gesamten Mehrbedarf
Besonders bemerkenswert: Im selben Halbjahr stieg der globale Strombedarf um beachtliche 2,6 % (entspricht +369 TWh). Doch das Wachstum der sauberen Energien war so stark, dass sie diesen gesamten Nachfrageanstieg decken konnten.
Allein die Solar- und Windenergie lieferten den Großteil dieser zusätzlichen Leistung: Solar steuerte 306 TWh bei, Wind 97 TWh.
Viele Energieexperten sehen in diesem Umschwung den unumkehrbaren Beginn einer nachhaltigen Neuordnung der globalen Energieversorgung, da die Expansion von Solar und Wind die Zunahme der globalen Energienachfrage übertrifft.
Wer hat diesen Wandel vorangetrieben und wie? Die drei Beschleuniger
Der historische Umschwung von 2025 ist das Ergebnis einer Kombination aus politischem Willen, technologischem Fortschritt und wirtschaftlicher Logik. Drei Hauptfaktoren haben die Dynamik maßgeblich beschleunigt:
1. Asien als globaler Motor der Energiewende
Die größten Zuwächse stammen nicht aus traditionellen Industrienationen. Länder wie China und Indien fungieren als Motor: Beide Regionen haben ihre Solar- und Windproduktion massiv ausgebaut und tragen entscheidend dazu bei, dass die globale Kapazität steigt.
“China and India both saw fossil generation fall in the first half of 2025 as clean power growth outpaced demand. China remained the leader in clean energy growth, adding more solar and wind than the rest of the world combined, helping to cut China’s fossil generation by 2% (-58.7 TWh) in the first half of 2025. […] India’s record solar and wind expansion, combined with lower demand, drove down fossil fuels in the country, with coal falling 3.1% (-22 TWh) and gas 34% (-7.1 TWh).” (Quelle: Ember)
Diese enorme Dynamik in bevölkerungsreichen und energieintensiven Staaten beweist: Der Wechsel zu sauberer Energie ist global und längst keine Randerscheinung mehr.
2. Technologische Dominanz: Der Aufstieg der Solarenergie
Der mit Abstand dominanteste Treiber ist der technologische Fortschritt, der die Kosten sinken lässt.
- In den ersten sechs Monaten 2025 stieg die Solarproduktion weltweit um beeindruckende 31 %.
- Hinzu kam ein solides Wachstum bei der Windenergie (+7,7 %).
Dank massiv fallender Kosten, technologischer Fortschritte und günstiger Skaleneffekte sind erneuerbare Energien heute wirtschaftlich konkurrenzfähig und oft sogar günstiger als fossile Alternativen. Das macht den Umstieg nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch zur besten Wahl.
3. Tragende Säule statt Ergänzung
Der globale Strombedarf steigt kontinuierlich an: getrieben durch Digitalisierung, Industrie, Elektromobilität und wachsender Weltwirtschaft. Die Erneuerbaren konnten 2025 nicht nur das Mehr an Nachfrage decken, sondern übernahmen erstmals insgesamt die Rolle der führenden globalen Energiequelle.
Das beweist: Solar und Wind sind zu den tragenden Säulen einer modernen, wachsenden Stromversorgung geworden.
Die Macht des Wendepunkts: Bedeutung für Klima, Wirtschaft und Gesellschaft
Dass Erneuerbare die Kohle überholt haben, ist zu einem wahrlichen Game Changer mit weitreichenden positiven Konsequenzen geworden. Dieser Wandel wirkt auf vier entscheidenden Ebenen:
1. Klimaschutz und globales Signal
Dieser Erfolg ist ein wichtiges Etappenziel im Kampf gegen die Klimakrise. Da jede erzeugte MWh aus erneuerbaren Quellen eine deutlich klimaschädlichere MWh aus Kohle ersetzt, sinken die globalen CO₂-Emissionen messbar. Der Umschwung sendet ein klares Signal:
- Verbindliche Glaubwürdigkeit: Der Erfolg gibt Regierungen, Investoren und Unternehmen Rückenwind, ihre Klimaziele ambitionierter zu verfolgen. Er beweist, dass die Wende funktioniert.
- Emissionsminderung: Erneuerbare tragen direkt zur Einhaltung der globalen Klimaziele bei und zeigen den Weg aus der Fossilen Ära.
2. Versorgungssicherheit und stabile Preise
Der Wandel erhöht nicht nur die Nachhaltigkeit, sondern auch die Resilienz (Widerstandsfähigkeit) der globalen Stromsysteme:
- Diversifikation und Unabhängigkeit: Eine starke Basis aus Solar und Wind, ergänzt durch Speicher und intelligente Netze, reduziert die Abhängigkeit von volatilen fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl. Die Versorgung wird stabiler und unabhängiger.
- Weniger Preisvolatilität: Da die “Brennstoffe” für Solar und Wind (Sonne und Wind) kostenlos sind, ist die Stromerzeugung aus diesen Quellen weniger anfällig für Rohstoff- und Marktpreis-Schwankungen. Das stabilisiert langfristig Kosten und senkt das unternehmerische Risiko.
3. Wirtschaft, Innovation und Wandel
Der Boom der Erneuerbaren ist ein massives Konjunkturprogramm:
- Markt und Jobs: Er treibt Innovationen in neuen Industrien voran, von der PV-Fertigung über Speicherlösungen bis hin zur Infrastruktur. Neue, zukunftssichere Arbeitsplätze entstehen.
- Wettbewerbsvorteil: Unternehmen, die auf nachhaltige Energiekonzepte umstellen, profitieren von sinkenden Betriebskosten, Imagegewinnen und langfristiger regulatorischer Sicherheit.
4. Gesellschaft und Geopolitik
Auf lange Sicht verändert der Trend auch die Verhältnisse zwischen den Staaten:
- Die Energieversorgung wird demokratischer und dezentraler, da Länder und Regionen ihren Strom zunehmend selbst erzeugen können.
- Die geopolitischen Abhängigkeiten von fossilen Rohstoffen (Öl und Gas) verschieben sich hin zur technologischen Kompetenz und dem Ausbau erneuerbarer Infrastruktur.
Herausforderungen & Stolpersteine: Der Weg ist noch nicht frei
Der Meilenstein 2025 ist ein Erfolg, aber noch längst kein Endpunkt. Der Übergang zu einer vollständig grünen Energieversorgung ist technisch und politisch hochkomplex. Fünf zentrale Herausforderungen müssen noch gelöst werden:
1. Das Problem der Schwankung: Netzinfrastruktur und Speicherung
Erneuerbare Energien sind volatil: Sonne und Wind liefern nicht konstant Strom. Dies erfordert einen massiven Umbau der gesamten Energie-Infrastruktur. Die Hauptaufgaben sind:
- Intelligente Netze (Smart Grids): Für die Steuerung komplexer, dezentraler Energieströme.
- Speicherlösungen: Der Ausbau von Batteriespeichern und anderen Technologien ist entscheidend, um Strom zu speichern, wenn er im Überfluss vorhanden ist, und ihn abzugeben, wenn Dunkelflaute herrscht.
Ohne diese Bausteine drohen Netzinstabilitäten und Leistungslücken, und damit eine ungewollte Rückkehr zu fossilen “Backup-Lösungen”.
2. Das Wettrüsten mit der Nachfrage
Die Energiewende muss nicht nur Kohle ersetzen, sondern auch mit dem rasant ansteigenden Strombedarf Schritt halten, getrieben durch Digitalisierung, KI, Elektromobilität und die globale Industrie.
- Es bleibt eine kritische Frage, ob der Ausbau neuer Kapazitäten und die technologische Innovation schnell genug sind, um Nachfrage, Netzauslastung und Versorgungssicherheit gleichzeitig zu decken.
- Zudem gilt: Allein die installierte Kapazität (das Potenzial) reicht nicht. Die reale Stromproduktion hängt stark vom Wetter, der Wartung und der Netzanbindung ab – konstante Versorgung erfordert mehr als nur Bauprojekte.
3. Regionale Unterschiede und politischer Wille
Der Wandel ist global, aber die Geschwindigkeit ist regional sehr unterschiedlich. Während einige Länder enorme Fortschritte machen, müssen andere Staaten noch aufholen. Eine erfolgreiche globale Energiewende verlangt:
- Lokale Anpassung: Politische, wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen variieren stark.
- Investitionen und Stabilität: Der Ausbau erfordert enormes Kapital für Solar- und Windparks, Speicher und Netze. Ohne stabile politische Rahmenbedingungen, Förderprogramme und klare Ziele kann die Dynamik schnell ins Stocken geraten.
Was bedeutet der neue Kurs für Unternehmen, Städte und Verbraucher?
Der globale Umschwung bei der Stromerzeugung schafft nicht nur globale Klimavorteile, sondern eröffnet konkrete Chancen und Handlungsfelder für alle Akteure im Energiesystem:
Für Unternehmen & Industrie
Der Wandel ist hier eine ökonomische Notwendigkeit und gleichzeitig ein Innovationsmotor:
- Investitionschance: Firmen können ihre Energieversorgung auf saubere Quellen umstellen. Das führt zu langfristigen Kosten- und CO₂-Einsparungen, verbessert das Nachhaltigkeitsprofil und stärkt die ESG-Bilanz (Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren).
- Innovationsfelder: Der massive Bedarf an Speicherlösungen, Smart Grids, Energieeffizienz und netzdienlichen Lösungen schafft ideale Felder für neue Start-ups, Technologieanbieter und Dienstleister.
Für Städte & Kommunen
Kommunen werden zu aktiven Gestaltern der Energiewende vor Ort:
- Stabile, saubere Versorgung: Die Kombination aus PV-Dächern, Windparks, Speichern und Netzmodernisierung erhöht die Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit auf lokaler Ebene.
- Regionale Wertschöpfung: Dezentrale Energieerzeugung schafft neue Arbeitsplätze, stärkt die lokale Wirtschaft und verbessert die Klimabilanz der gesamten Region.
Für Verbraucher & Haushalte
Auch private Haushalte können die Vorteile des neuen Systems direkt nutzen:
- Möglichkeit zur Eigenversorgung: Mit PV-Anlagen, Batteriespeichern oder der Teilnahme an Energiegemeinschaften kann Strom selbst erzeugt und verbraucht werden. Das erhöht die Unabhängigkeit und die Kontrolle über die Energiekosten.
- Bewusster Energieverbrauch: Mit grünem Strom steigt das Bewusstsein für Energieeinsatz, Kosten und Umwelt. Dies ist eine große Chance für eine nachhaltigere und energieeffizientere Lebensweise.
Ausblick: Die Weichen für die nächsten Jahre sind gestellt
Der Wendepunkt 2025 ist ein klares Zeichen: Die Energiewende hat eine neue, unumkehrbare Dynamik erreicht. Wenn dieser Trend anhält, könnte Kohle global schnell an Bedeutung verlieren, während erneuerbare Energien, kombiniert mit Speichern und intelligenten Netzen, zur dominanten Versorgungsbasis werden.
Diese Beschleunigung wird einen massiven technologischen Schub auslösen. Wir können einen Innovations- und Speicher-Boom erwarten, bei dem Flexibilitätslösungen, Wasserstofftechnologien und die Sektorkopplung (die Verbindung von Strom, Wärme und Mobilität) massiv an Bedeutung gewinnen.
Darüber hinaus hat dieser Wandel tiefgreifende globale Implikationen: Der Erfolg zeigt, dass auch Entwicklungs- und Schwellenländer schneller auf saubere Energie setzen können. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Energie-Gerechtigkeit mit positiven Effekten für die lokale Umwelt und die wirtschaftliche Entwicklung.
Entscheidend bleibt jedoch die Qualität der Umsetzung: Der Ausbau darf nicht nur quantitativ erfolgen. Versorgungssicherheit, Netzausbau, soziale Aspekte und ökologische Standards müssen zwingend mitgedacht werden, damit der Wandel nachhaltig und tragfähig bleibt. Die Technologie liefert nun die Grundlage; die Aufgabe der nächsten Jahre ist die Transformation der Infrastruktur.
Fazit: Das Ende der Kohledominanz
Der historische Wendepunkt 2025 – erstmals weltweit mehr Strom aus Erneuerbaren als aus Kohle – ist nicht nur ein Symbol, sondern ein echtes Signal: Die Energiewende ist keine ferne Zukunftsvision mehr, sondern sie ist bereits in vollem Gange!
Mit Solar, Wind und Co. beginnt eine neue Ära der Stromversorgung: sauberer, nachhaltiger, stabiler, mit enormem Potenzial für Klima, Wirtschaft und Gesellschaft. Doch der Wandel ist eine Mammutaufgabe. Er braucht kluge Planung, massive Investitionen in Infrastruktur und globale Zusammenarbeit, um die Herausforderungen (Speicherung, Netzausbau) zu meistern.
Wenn wir ihn jetzt klug gestalten, könnte 2025 in die Geschichte eingehen, als das Jahr, in dem die Welt entschieden hat, Strom neu zu denken.
Wie sehen Sie diese Entwicklung? Glauben Sie, dass Erneuerbare Kohle langfristig weltweit verdrängen werden? Welche Chancen und Risiken sehen Sie für Unternehmen, Gesellschaft oder die Energieversorgung in Ihrem Land? Teilen Sie Ihre Meinung und Erfahrungen in den Kommentaren und lassen Sie uns gemeinsam diskutieren, wie wir die Energiezukunft gestalten können.
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FAQ – Häufige Fragen zum Wendepunkt 2025
| Frage | Antwort |
| Was war der historische Wendepunkt 2025? | Erstmals erzeugten Erneuerbare Energien (5.072 TWh) weltweit mehr Strom im ersten Halbjahr als Kohlekraftwerke (4.896 TWh). |
| Welche Technologien waren die Haupttreiber? | Vor allem Solar- und Windkraft. Die Solarproduktion wuchs im ersten Halbjahr 2025 um beeindruckende 31 % und deckte den Großteil des globalen Mehrbedarfs. |
| Warum ist dieser Wandel wirtschaftlich relevant? | Die sinkenden Kosten machen Erneuerbare konkurrenzfähig. Sie reduzieren zudem die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und führen langfristig zu stabileren Energiepreisen. |
| Was ist die größte Herausforderung des Wandels? | Die Volatilität (Schwankung) von Sonne und Wind. Dies erfordert massive Investitionen in Speicherlösungen (Batterien) und intelligente Netzinfrastrukturen (Smart Grids), um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. |
| Sind Erneuerbare jetzt die tragende Säule der Versorgung? | Ja. 2025 zeigten sie, dass sie nicht nur den gesamten Anstieg des globalen Strombedarfs decken konnten, sondern die Kohle in der Gesamtproduktion überholten. |
